Die Anfänge des Gipsabbaus von Walferdingen konnten niemals genau festgelegt werden. Sehr wahrscheinlich haben bereits die ersten Siedler, die hier mit den Bautätigkeiten begannen, den Gips verwendet. Es ist in jedem Fall nicht unwahrscheinlich, dass die Römer, als sie sich im Alzettetal niederließen, die Gipsplatten für den Bau ihrer Villen nutzten.
Die Anfänge des industriellen Abbaus in den Gipsminen von Heisdorf und Walferdingen reichen bis ca. 1869 zurück.
environ 1869. Anfangs gab es ausschließlich einen Tagebaubetrieb. Die Gipsminen waren im Besitz der Familie Irthum, die diese an M. J.-B. Kintzelé (1822-1912) verpachtete. Im Jahr 1891 wurde in Heisdorf der erste Förderschacht mit einer Tiefe von 15 bis 20 Metern gebaut. Wenig später wurden die Stollen für den Gipsabbau nach Walferdingen, an die Hänge des „Sonnebiergs“, verlegt. In der Nähe der heutigen Rue Mercatoris befanden sich zwei Stolleneingänge. Ein dritter Eingang lag an der heutigen Rue Prince Henri. Dieses Stollensystem, das nach und nach miteinander verbunden wurde, erreichte zum Schluss eine Gesamtlänge von 16 km mit einem Schienennetz von 12 km Länge.
Ein Großteil des „Sonnebiergs“ wurde somit unterhöhlt. Aufgrund der häufigen Einstürze sind mehrere Löcher und kleine Krater sichtbar, die heute zu den hauptsächlichen topographischen Kennzeichen dieses Ortes zählen.
